*Er passierte die Grenze bei Metz,durchquerte Württemberg und Bayen, reiste nach Östereich ein,erreichte mit dem Zug Wien und Budapest,um dann bis Kiew weiterzufahren.Er legte zu Pferd zweitausend Kilometer russische Steppe zurück,überquerte den Ural,gelangte nach Sibirien und fuhr vierzig Tage bis zum Baikalsee,der von den Einheimischen"das Meer"genannt wurde .Er folgte dem Lauf des Amur an der chinesischen Grenze entlang flussabwärts bis zum Ozean,und als er den Ozean erreicht hatte,blieb er elf Tage im Hafen von Sabirk,bevor ihn ein Schiff holländischer Schmuggler nach Kap Teraya an die Westküste Japans brachte.
aus"Seide"
**Louie,der sich in den ersten Nächten in der Heimat mit Handschellen an einen Heizkörper in der Garage seiner Schwester gefesselt hat,um sicher zu gehen,daß er seinen Schwager nicht umbringen würde..
aus"Der menschliche Makel"
***Die traditionelle Hellsichtigkeit der an Depressionen leidenden Menschen,die häufig als eine radikale Abwendung von allen menschliche Belangen beschrieben wird,äußert sich in erster Linie durch ein fehlendes Interesse an Dingen,die tatsächlich ziemlich uninteresant sind.
aus "Elementarteilchen"
Vom Zauber des Hörens
Die tiefsten Empfindungen, ob Freude oder Lust,
Schmerz oder Pein,
lassen sich nur erfahren, nicht aber ausdrücken.Bewahren lassen sie sich im Verschweigen.Das Glück, dass ich bekenne, überhaupt bekennen kann, erlebe ich nicht-es überlebt in mir als Erinnerung.Was am ehesten noch das Unaussprechliche auszudrücken vermag, ist die Musik.Führt mich das Auge in die Welt, so führt das Ohr die Welt in mich hinein und vielleicht Gott.(Nachdem er den jungen Menuhin gehört hatte, sagte Albert Einstein:"Du hast bewiesen, dass es einen Gott gibt.")
Pan, der nach der Nymphe griff und nur ein Schilfrohr in Händen hielt, gewann nur den Klang-und das Wissen, was er ewig missen muss.Die Flöte ist das Vorhandensein von etwas, was verschwunden ist.Musik ist der Ruf der Sehnsucht nach dem Entbehrten.Ihr Zauber und ihre seltsame Macht liegen darin, dass sie mir das Glück-und erst rech das Leid-von Erfahrungen schenkt, die ich nicht gemacht habe, nicht machen würde, nicht machen könnte und ohne die ich arm, ohne die mein Leben ein Irrtum wäre.Sie schenkt mir den Blick in den Weltspiegel des Dyonisus.
Wer wüsste schon die Antwort auf die Frage, was die Liebe ist und mit welchen Erfahrungen sie uns beschenkt und bestraft.Höre ich aber-"Ach, fühl ich mich verloren"-Pamina in der" Zauberflöte" singen , wird Liebe zum Erlebnis wie zur Erfahrung.Wenn die Stimme der sterbenden Violetta am Ende von "La Traviata" "O gioa" als Schrei des Glücks singt und im selben Moment ihr Atem den Körper verlässt, erlebe ich den Klang des Schweigens mit einer brennenden Intensität-wenn es denn die Stimme ist, deren Klang sich aus den Tränen der Freude und des Leidens mischt, die Stimme, deren Gesang die Sprache der Leidenschaft ist, sogar eine körperliche Berührung.
Phantom-Erfahrungen? Gewiss.Doch ist es das Paradox jeglicher Erfahrung, dass der nichts erfährt, der noch nichts erfahren hat.Ein Philosoph hat gesagt, die Musik sei eine unbewusste Übung des Denkens, bei der der Geist nicht weiß, dass er denkt.Sie ist auch die geistige und zugleich die sinnlichste Form des Fühlens.Sie drückt Empfindungen nicht aus, sie lässt sie in uns selber wachsen.Sie ist die Schule der Lust.Einer Lust, die, wie alle Lust, Ewigkeit will-und die ist nur zu erleben durch das Vergessen der Zeit.Durch die Musik wird die Zeit zum Raum.Hermann Hesse sagte, er habe Jahre gebraucht, um einen Satz zu finden für diese musikalische Erfahrung:"Und alle Zeit wird Gegenwart."Die Tränen, die Musik (mir) entlockt, sind die Tränen der Freude und des Schmerzes.Darüber zu sprechen, über das Unaussprechliche, ist Verrat an dieser Freude.Denn im Vergleich zur Musik, so sagte Nietzsche, "ist alle Mitteilung durch Worte von schamloser Art."
Jürgen Kesting
Wenn Sie klüger werden wollen,hören Sie Mozart
Der Panther
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden,daß er nichts mehr hält.
Ihm ist,als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz
von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein grosser Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille sich lautlos auf,-dann geht ein Bild hinein, geht durch der Glieder angespannte Stille,-
und hört im Herzen auf zu sein.
"Rainer Maria Rilke"
Requiem
......
Wenn das letzte Lebewesen / unseretwegen gestorben ist, /
wie poetisch wäre es, /
wenn die Erde sagen könnte, /
mit einer Stimme, die /
vielleicht /
vom Grunde/
des Grand Canyon heraufkäme: /
"Es ist vollbracht /
Den Menschen hat es hier nicht gefallen
"
K. Vonnegut
ansonsten:

" Macht`s gut und danke für den Fisch "
in memoriam Douglas Adams